Einblicke in das Japan vergangener Tage

Webcode 10018 (02/2012)

Wissenschaftler der Universitäten Bonn, Tokyo und Tsukuba erforschen den Nachlass des bedeutenden Japanologen Friedrich M. Trautz (1877-1952). Darunter befinden sich zahlreiche Fotografien, Postkarten, Bilder, Briefe und Aufzeichnungen über das Japan vergangener Tage.

Dampfkorvette Arcona in der Bucht von Yokohama, Nachlass Trautz, Universität Bonn

„Der Nachlass birgt natürlich kein kostbares Gold und keine Edelsteine, aber der wissenschaftliche Wert insbesondere der äußerst zahlreichen historischen Fotografien ist sehr groß“, sagt der Japanologieprofessor Harald Meyer vom Institut für Orient- und Asienwissenschaften der Universität Bonn. Die Forscher widmen sich dem so genannten Trautz-Nachlass, der 1959/60 an die Universität Bonn kam, dem Leben und Werk dieses Japanforschers der schwierigen Zwischenkriegszeit sowie der Geschichte der Bonner Japanologie.
Friedrich M. Trautz (1877-1952), geboren in Karlsruhe, schlug eine Offizierslaufbahn ein und unternahm 1909/10 eine „Weltreise“, die ihn auch nach Japan führte. Er wurde 1921 in Berlin zum Dr. phil. in Japanologie promoviert. Anschließend war er wissenschaftlicher Assistent am Museum für Völkerkunde und 1926 bis 1930 Leiter des Japan-Instituts in Berlin. 1927 habilitierte sich Trautz in Berlin in Japanologie. 1930 bis 1938 hielt er sich in Japan auf, zuletzt als deutscher Leiter des Japanisch-Deutschen Forschungsinstituts in Kyoto.
Anschließend kehrte er nach Deutschland zurück und unterrichtete bis zu seinem Tod im Jahr 1952 Japanstudien als Privatgelehrter in Karlsruhe. 1959/60 nahm das Orientalische Seminar der Universität Bonn seinen wertvollen Nachlass auf, eine Sammlung von Schriften der Edo- und Meiji-Zeit sowie von äußerst zahlreichen historischen Fotoabzügen, Glasnegativen, Postkarten und Korrespondenzen.
[Quelle: Wissenschaft und Forschung - Japan, 04/2011 S.4]

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