Aktuelles aus den japanischen Hochschulen

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Japans Bildungsminister tanzt in Musikvideo

Mit einem kurzen Auftritt wirbt Hakubun Shimura, Minister of Education, Culture, Sports, Science and Technology, in einem drei Minuten langen Musikvideo der Frauengruppe AKB48 für ein Studium im Ausland. In einigen Sequenzen sieht man den Minister mit Vizeministern und Bürokraten tanzen. Die Namen von japanischen Universitäten, die besonderen Wert auf ein Auslandsstudium legen, werden eingeblendet. Der Liedtext wurde an einigen Stellen verändert, um Auslandsstudienprogramme zu bewerben.
Das 9600 US-Dollar teure Musikvideo ist seit 14. Februar auf Youtube eingestellt. In den ersten fünf Tagen haben sich mehr als 380.000 Personen das Video angeschaut und angehört.
[Quelle: Wissenschaft und Forschung - Japan 13/2014, Seite 11]

Auf dem Weg zur "Super Global University"

Zehn japanische Universitäten sollen in zehn Jahren zu den 100 Spitzenuniversitäten weltweit zählen. Um dieses Ziel zu erreichen, hat das Ministry of Education, Culture, Sports, Science and Technology (MEXT) in seinem Haushaltsentwurf 2014 Mittel vorgesehen: Zehn Universitäten sollen jährlich zehn Milliarden Yen erhalten.
Die „Super Global University“ Initiative ist ein Pfeiler der Wirtschaftsreformen der Regierung Abe. Die Universitäten sollen größere Unabhängigkeit erlangen, Wissenschaftler aus dem Ausland beschäftigen sowie ihre internationale Zusammenarbeit und Austausch ausbauen. Diese Entwicklungen dürften sich in einer höheren Anzahl von Publikationen und Zitationen ausdrücken und somit zu höheren Rankingplätzen für Japans Universitäten führen. International spitzenpositionierte Hochschulen sollen das Augenmerk auf die Industrie des Landes lenken und deren Wettbewerbsfähigkeit positiv beeinflussen – so die Erwartung der japanischen Regierung.
Unklar ist, in welchem Ranking Japans Universitäten in die Top 100 aufrücken sollen. In den drei größten ist Japan unterschiedlich platziert. Das Shanghai Ranking (Academic Ranking of World Universities) nennt 2013 drei japanische Universitäten unter den ersten 100, im Times Higher Edcucation Ranking (2012-2013) ist Japan zwei Mal in den Top 100 vertreten und im QS World University Ranking zählen sechs japanische Universitäten zu den besten 100. (sgr)
[Quelle: Wissenschaft und Forschung - Japan 10/2013, Seite 8]

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Japans Institute belegen Spitzenplätze in Rankings

Hochschulen fühlen sich unfair behandelt, und die Befragten monieren methodische Mängel - Rankings sind umstritten und ziehen Kritik an, seit sie existieren. Für die Bewertung der Leistungsfähigkeit dienen die Vergleiche jedoch zur Orientierung und Argumentation. Nachfolgend stellen drei Rankings Japans Leistungen in der Forschung anhand von Publikationen, Zitierungen und Reputation im internationalen Vergleich vor.

China holt auf bei Publikationen

Der Nature Publikationsindex zählt die Anzahl der Veröffentlichungen in Nature und seinen angegliederten Journalen eines Verfassers unter Berücksichtigung von Mitautoren, Herkunftsland und Anbindung an eine Institution. In Asien dominieren Japan und japanische Institute den Nature Publikationsindex mit fünf Platzierungen unter den ersten zehn. Betrachtet man doch die langfristige Entwicklung, so ist zu erkennen, dass andere asiatische Länder stark aufholen, allen voran China.
2006 erreichte China mit 92 Publikationen noch nicht die Hälfte der 219 japanischen Artikel. 2012 ist China mit 303 Veröffentlichungen schon zu zwei Drittel an Japan (398 Beiträge) herangerückt. Südkorea ist mit deutlichem Abstand drittstärkstes Land gemessen an der Anzahl der Publikationen im Nature Asia-Pacific Index.

Platzverluste bei Zitierungen

Thomson Reuters veröffentlicht jedes Jahr Rankings für japanische Forschungsinstitute gemessen an der Anzahl der Zitierungen. Diese basieren auf Statistiken aus der Datenbank „Essential Science Indicators“.
Auffallend ist hier in den vergangenen Jahren, dass japanische Einrichtungen im internationalen Vergleich auf niedrigere Plätze abrutschen. Wie die Tabelle zeigt, verloren alle Universitäten und auch das in der Grundlagenforschung starke RIKEN Plätze im globalen Ranking. Die eher anwendungsorientiert arbeitenden Einrichtungen, wie die Japan Science and Technology Agency (JST) und das National Institute of Advanced Industrial Science and Technology (AIST), schafften jedoch den Sprung auf höher gelegene Positionen. Thomson Reuters bietet auch ein Zitierungsranking nach Fächern, auch hier wieder im internationalen Vergleich. Dabei kommen die traditionelle Stärke und die geografische Verteilung der japanischen Forschung deutlich zum Ausdruck: In Physik, Biologie und Biochemie steht die University of Tokyo weltweit auf Platz drei, das National Institute of Materials Science (NIMS) in den Materialwissenschaften an vierter Stelle und ebenso auf Rang vier steht die Kyoto University in der Chemie.

Universitäten Tokyo und Kyoto mit bestem Ruf

Die britische Zeitschrift „Times Higher Education“ hat im März und April 2012 mit einer Umfrage in 144 Ländern und aus 16.639 Rückläufen ein Ranking erstellt. Die Aufstellung gibt Einblick, welche Universität in Forschung und Lehre, in welcher Region und in welchen Fächern den besten Ruf genießt. Geantwortet haben Personen mit durchschnittlich 17 Jahren akademischer Erfahrung.
In Asien nehmen die University of Tokyo und die Kyoto University die Spitzenplätze ein, gefolgt von den Universitäten Singapur, Tsinghua, Peking und Hongkong. Erst auf den Rängen 51 bis 60 begegnet man wieder Japan mit den Universitäten Osaka und Tohoku sowie dem Tokyo Institute of Technology.
In Europa belegen britische Universitäten die ersten vier Plätze, gefolgt von der ETH Zürich. Auf den ersten hundert Rängen findet sich mit dem Aufrücken der FU Berlin nun fünf deutsche Hochschulen, Frankreich ist mit vier Universitäten vertreten.
[Quellen: Euraxess Links Japan News März und April 2013; Wissenschaft und Forschung - Japan, 09/2013, S.6]

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Aus den Hochschulen: Neue Strategie für Internationalisierung

Webcode 10023, (12/2012)

Kurswechsel: Auslandsstudium attraktiver gestalten
Eine Zusammenfassung von Sabine Ganter-Richter

Studenten und Professoren aus dem Ausland für die japanischen Hochschulen zu gewinnen – das war die Strategie für die Internationalisierungsbemühungen der vergangenen Jahre. Nun geht es in die andere Richtung: Neue Initiativen und Programme sollen Japans Studenten zu einem Studium im Ausland motivieren.

Allseits bekannt ist die Initiative „Global 30“, die seit 2008 nicht 30, sondern nur 13 japanische Universitäten bei ihren Internationalisierungsaktivitäten unterstützt. Mit diesen Fördermitteln sollen Studenten aus dem Ausland ihren Weg zum Studium nach Japan finden. Dazu haben die Hochschulen mehr als 300 englischsprachige Studiengänge eingerichtet, neue Partnerschaften geschlossen und einige sogar Auslandsbüros eröffnet. Die Initiative wird weltweit bei Informationsveranstaltungen und Hochschulmessen beworben. Es ist wohl die bekannteste Aktivität, um das Regierungsziel von 300.000 ausländischen Stu-
denten an Japans Hochschulen bis 2020 zu erreichen.
Das im August veröffentlichte Weißbuch des Ministry of Education, Culture, Sports, Science and Technology (MEXT) besagt, dass Anfang Mai 2011 mit etwa 138.000 ausländischen Studenten an japanischen Hochschulen fast die Hälfte des anvisierten Ziels erreicht war. Mehr als 60 Prozent dieser Studenten kommen aus China, etwa 13 Prozent aus Korea, kaum ein Prozent aus Europa.

Auf „Global 30“ folgt „Global 30 Plus“

Hinter dem Nachfolgeprogramm „Global 30 Plus“ steht das Projekt „Promotion of Global Human Resource Development“. Mit einem strategischen Kurswechsel sol-
len nun japanische Studenten zu einem Studium im Ausland ermuntert werden und die Bedingungen an den japanischen Hochschulen internationaler gestaltet werden.
129 Universitäten haben einen Antrag für das „Global 30 Plus“ eingereicht, im September gab das MEXT die Auswahl von 42 Universitäten bekannt. Elf Uni-
versitäten erhielten eine Bewilligung nach „Type A“ für hochschulweit angelegte Projekte. Die Fördermittel belaufen sich auf jährlich 140 bis 260 Millionen Yen
je nach Größe der Universität. Vorhaben nach „Type B“ sind in den Fachbereichen angesiedelt und werden jeweils mit etwa 120 Millionen Yen pro Jahr unterstützt. 31 Hochschulen haben eine Zusage für diese Förderlinie erhalten.

Globalized Independent Future Talents (GiFT)

Für japanische Verhältnisse unkonventionell erscheint der erstmalige Schulterschluss zwischen MEXT und Großunternehmen. Gemeinsam haben sie einen Fonds gegründet, der jährlich 1000 japanischen Studenten ein Auslandsstipendium zur Verfügung stellt. Die neu gegründete Organisation GiFT verwaltet den Stipendienfonds, informiert über Studienprogramme im Ausland und berät zur Arbeitsplatzsuche nach der Rückkehr.
10.000 junge Japaner sollen durch diese Initiative bis 2022 international Erfahrungen sammeln. Die Stipendiaten erhalten für die Dauer von vier bis sechs Jahren ein jährliches Stipendiengeld von etwa einer Million Yen.
Der Convenience-Store Lawson hat bereits Geld zur Verfügung gestellt, zahlreiche Unternehmen wollen spenden.
Die Anzahl der im Ausland studierenden Japaner sinkt seit dem Rekordjahr 2004 (82.945). Nach Angaben der OECD studierten 2009 knapp 60.000 junge Japaner im Ausland, das bedeutet ein Rückgang um fast zehn Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Pläne für Hochschulreformen - Änderungen auch an Schulen

Das MEXT plant außerdem Hochschulreformen mit dem Ziel, die Qualität der Universitätsausbildung zu verbessern und international wettbewerbsfähige Absolventen auszubilden. Neben strukturellen Reformen auf Fakultätsebene sind Änderungen in der Lehre und bei der Aufnahmeprüfung – speziell bei den Englischtests - vorgesehen. Dieser „University Reform Action Plan“ soll bis 2014 umgesetzt und anschließend evaluiert werden.
Auch in den Schulen kommt dem Englischunterricht größere Bedeutung zu. 2011 führte das MEXT Englisch und andere Fremdsprachen bereits in der fünften und sechsten Grundschulklasse ein. Die Mittelschulen haben die Anzahl ihrer Englischstunden um 30 Prozent erweitert. Die Oberschulen erwartet ab 2013 eine neue Regelung, wonach der Englischunterricht ausschließlich in Englisch stattfinden soll.
Das Internationale Baccalaureat (IB) ist eine weitere Möglichkeit für Japans Jugend im Ausland zu studieren. 2.500 Universitäten weltweit akzeptieren diesen
Abschluss als Zugangsberechtigung. Bislang wird das zweijährige IB-Programm in Englisch, Französisch und Spanisch angeboten. Die japanische Presse berichtete im Sommer von Gesprächen zwischen dem MEXT und dem IB Büro, das IB-Programm auch in Japanisch anzubieten.

Japan und Deutschland - Partner bei der Internationalisierung

Wie steht es um die deutsch-japanische Partnerschaft bei der Internationalisierung der Hochschulen? Die Situation ist in beiden Ländern ähnlich: Die Universitäten stehen vor der Herausforderung, ihre Wettbewerbsfähigkeit in der globalen Welt sicherzustellen und gleichzeitig gesellschaftlichen Erwartungen gerecht zu werden. Für eine internationale Ausrichtung haben viele Hochschulen bereits Strategien formuliert, andere sind dabei Konzepte zu entwickeln. Dabei ist es wichtig, dass institutionelle Abläufe und Strukturen mit der fortschreitenden Internationalisierung in Forschung und Lehre Schritt halten und sie effektiv unterstützen. Die deutsch-japanische Kooperation gestaltet sich in den vergangenen Jahren strategischer: Waren die Anfänge meist von Einzelkontakten zwischen Wissenschaftlern geprägt, so gibt es heute strukturierte Programme für den Studenten- und Wissenschaftleraustausch, gemeinsame Doktorandenausbildung und doppelte Studienabschlüsse. Forschungskooperationen sind auf Institutsebene möglich und organisieren sich zunehmend in multilateralen Projekten.
„Die Internationalisierung der Hochschulen in Japan und Deutschland - institutionelle Strategien und operative Strukturen und Prozesse“, unter diesem Titel trafen sich etwa 100 Vertreter deutscher und japanischer Hochschulen am 17./18. Oktober in Berlin. Eingeladen hatten die Hochschulrektorenkonferenz, das Japanisch-Deutsche Zentrum Berlin und die Universität Köln. Fachleute aus den Auslandsämtern der Hochschulen diskutierten, wie sich eine maßgeschneiderte Strategie entwickeln lässt und welche internen Strukturen den Erfolg am stärksten fördern. Das Symposium gab Empfehlungen, wie sich die Zusammenarbeit deutscher und japanischer Hochschulen vertiefen und ausbauen lässt. Die International Offices nehmen dabei eine zentrale Rolle ein: Zukünftig werden sie sich nicht nur intensiver über Strategien, Abläufe und interne Strukturen austauschen, um das gegenseitige Verständnis zu vertiefen und die Zusammenarbeit zu stärken. Sondern sie wollen bestehende Abkommen für Studenten- und Wissenschaftleraustausch sowie Forschungskooperationen mit neuem Leben füllen und aktiv bewerben. Die Veranstalter werden den Dialog fortsetzen.
[Quelle:  Wissenschaft und Forschung - Japan, 07/2012 S.10]

300.000 ausländische Studenten in Japan bis 2020 – ein Zwischenbericht

Webcode 10023 (09/20012)

Im August veröffentlichte das japanische Bildungsministerium den jährlichen Bericht zu dem Vorhaben, die Zahl der ausländischen Studenten an Japans Universitäten bis 2020 auf 300.000 zu erhöhen. Die Initiative hat 2008 begonnen und folgende Ziele im Fokus:

  • größeres Angebot an Japanischunterricht
  • Internationalisierung der Universitäten
  • Ausweitung des Angebots an Studiengängen mit Doppelabschluss
  • umfassenderes Studienangebot mit nur englischsprachigen Kursen
  • bessere Beschäftigungsmöglichkeiten für ausländische Studenten in Japan
  • Kontaktpflege zu Absolventen im Ausland nach dem Studium

Das im August veröffentlichte Weißbuch des Ministeriums zeigt, dass Anfang Mai 2011 mit etwa 138.000 ausländischen Studenten fast die Hälfte des anvisierten Ziels erreicht war. Der Zwischenbericht fasst die bisherigen Initiativen zusammen, die noch mehr Studenten aus dem Ausland an Japans Universitäten locken sollen. Zu den wichtigsten Maßnahmen zählen folgende:


Im „Sakura Network“ der Japan Foundation sind Japanisch-Kurse im Ausland zusammengefasst. Das Netzwerk dieser Sprachschulen hat sich von 40 im Jahr 2008 auf 116 im Jahr 2011 vergrößert. Auch die Teilnehmerzahl beim neuerdings zwei Mal pro Jahr angebotenen Japanese Language Proficiency Test ist im Vergleich zu 2008 um 25.380 auf 475.189 Personen gestiegen.


Die Initiative „Global 30“ und andere Internationalisierungsprogramme haben das Angebot an englischsprachigen Studiengängen erweitert. Inzwischen bieten Graduate Schools an 72 Universitäten 139 Studienprogramme ausschließlich in Englisch an. 2008 waren es an 68 Universitäten nur 128 Programme. Das ausgebaute Informationsangebot zum Studium in Japan umfasst auch neue Repräsentanzen japanischer Universitäten im Ausland. So werden im Ausland zunehmend Eingangsprüfungen abgehalten.

Nach dem Studium in Japan einen Arbeitsplatz zu finden, diesen Wunsch haben 60 Prozent der ausländischen Studenten. Doch nur die Hälfte davon sind erfolgreich. Der Zwischenbericht nennt die unzureichende Informationslage über Beschäftigungsmöglichkeiten sowie die begrenzte Zeit für die Arbeitsplatzsuche als Hauptgründe dafür. Hier sollen Praktikumsprogramme und spezielle Seminare zur Arbeitsplatzsuche für ausländische Hochschulabsolventen Abhilfe schaffen.
[Quelle: Euraxess Links Japan, Juli 2012; MEXT Weißbuch 2011; Wissenschaft und Forschung - Japan, 06/2012 S.9]

Neue Rankings, neue Zeiten, neue Strukturen für Japans Hochschulen

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Zum 31. Mal in Folge ist die Zahl der Kinder in Japan gesunken. Zum Tag des Kindes am 5. Mai schätzten die Behörden die Zahl der unter 15-Jährigen auf 16,65 Millionen. Das sind 120.000 weniger als im Vorjahr und gleichzeitig der niedrigste Wert seit 1950.
Im März zeigte eine Analyse des Council for Science and Technology Policy, dass die Zahl der Nachwuchswissenschaftler an Japans öffentlich finanzierten Hochschulen in den vergangenen 30 Jahren von 10.000 auf 6.800 gesunken ist. Die Studie nennt Sparmaßnahmen und Umstrukturierungen als Gründe. Ein Blick in die japanische Hochschullandschaft zeigt einige weitere Entwicklungen aus den vergangenen Monaten.

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Thomson Reuters veröffentlichte im April ein Ranking für Japans nationale Forschungseinrichtungen gemessen an der Zahl der Zitierungen entsprechend dem Essential Science Indicator. Die University of Tokyo bleibt auf Platz eins im japanischen Vergleich, fällt jedoch international auf Platz 16 ab (2010: 13, 2009: 11). Es folgen die Universitäten Kyoto (international: 34) und Osaka (44). Die Tohoku University steht im nationalen Ranking auf Position 5, Nagoya und Kyushu auf den Plätzen 7 und 8. Die Hokkaido University bildet das Schlusslicht der Top Ten.

Im März berichtete die Tageszeitung Yomiuri über steigende Bewerberzahlen an den öffentlichen Hochschulen in den von der Katastrophe betroffenen Präfekturen Iwate, Miyagi und Fukushima. Durch finanzielle Unterstützung in Form von Erlassen der Studiengebühren bieten diese Universitäten Möglichkeiten für am Wiederaufbau interessierte Studenten aus der Region oder aus anderen Landesteilen. Im Vergleich zum Vorjahr verzeichnet die Iwate University einen Anstieg bei den Bewerberzahlen von acht Prozent und die Fukushima University von 22 Prozent. Auch einige private Hochschulen bieten ähnliche Unterstützung, jedoch offensichtlich weniger umfangreich. So melden die Tohoku Gakuin sechs Prozent und das Nihon University’s College of Engineering sogar 35 Prozent geringere Zahlen für das Eintrittsexamen als 2010.

Internationalisierung bleibt an Japans Universitäten aktuell

Im Januar wurden Pläne der University of Tokyo bekannt, den Beginn ihres Studienjahres vom Frühjahr in den Herbst zu verlegen. Damit möchte sich die Universität dem im Ausland gültigen Zeitplan anpassen und hofft auf eine höhere Anzahl ausländischer Studenten.
Auf diesen Vorstoß reagieren die privaten Hochschulen abwartend. Nur acht große Privatuniversitäten mit mehr als 10.000 Studenten sprachen sich für den Studienbeginn im Herbst aus. So lautete im April das Ergebnis einer Umfrage der Japan Association of Private Universities and Colleges, der jede fünfte private Hochschule angehört.

Umstrukturierung an den staatlichen Hochschulen

Das Ministry of Education, Culture, Sports, Science and Technology (MEXT) hat Anfang Juni Pläne für die weitere Umstrukturierung staatlicher Hochschulen bekannt gegeben. Demnach soll es in Zukunft möglich sein, dass mehrere Universitäten in verschiedenen Präfekturen von nur einem Träger betrieben werden.
Mit dieser Maßnahme plant das Ministerium Budgets, Einrichtungen und Personalapparat zu verschlanken. Dadurch soll die Qualität in der Lehre steigen und bessere Fachkräfte ausgebildet werden. Das MEXT erwartet, dass nur „Flagship-Fakultäten“ an den Universitäten übrig bleiben, andere Fachbereiche würden sich auflösen oder konsolidieren. Im Sommer 2013 sind weitere Einzelheiten für diese Pläne zu erwarten. (sgr)
[Quelle: Wissenschaft und Forschung - Japan, 05/2012 S.11]

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