Mit Teilchen aus dem Weltall in Atomreaktoren schauen

Das geschmolzene Nuklearmaterial in den havarierten Fukushima-Reaktoren soll innerhalb der nächsten zehn Jahre entfernt werden. Die genaue Lage des Materials ist jedoch unbekannt. Zur Lokalisierung arbeiten Wissenschaftler von der Nagoya University und dem Kobayashi-Maskawa Institute an einer Technologie, welche die Lage des nuklearen Brennstoffs ersichtlich macht.

Dazu verwenden sie Myonen, Elementarteilchen aus dem Weltall mit ähnlichen Eigenschaften wie Elektronen. Diese durchdringen Substanzen und werden je nach Dichte der Substanz von dieser absorbiert.
Eine ein Quadratmeter große Messplatte, die mit einem speziellen Film beschichtet ist, wird nahe bei den Reaktoren aufgestellt. Da die Dichte von atomarem Brennstoff höher ist als von anderen in den Reaktoren befindlichen Materialien, wie z.B. Stahl, werden die Bereiche mit Brennstoff heller abgelichtet. Somit ist ihre Lage deutlich zu erkennen. Damit die Myonen-Aufnahmen nicht durch von den Reaktoren ausgehenden Gamma-Strahlen beeinflusst werden, sollen die Reaktoren einen Mantel aus Blei erhalten.
Die Initiative und Koordination für dieses Projekt liegt bei Mitsuhiro Nakamura von der Nagoya University. Sobald die Strahlung um die Reaktoren es zulässt, wird das Verfahren in Fukushima eingesetzt. Das Vorhaben wird von staatlicher Seite für fünf Jahre bis 2014 unterstützt.
[Quelle: Wissenschaft und Forschung - Japan, 05/2012 S.12]

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