Der JSPS-Club: Das Japan-Netzwerk

Die Deutsche Gesellschaft der JSPS-Stipendiaten e.V. bildet mit mehr als 340 Mitgliedern im deutschsprachigen Raum ein einzigartiges fächerübergreifendes Netzwerk von Wissenschaftlern in aktiven Japan-Kooperationen. Aufgrund ihrer Japan-Kompetenz gestaltet die Gesellschaft unter der Überschrift "Der JSPS-Club: Das Japan-Netzwerk" mit eigenene Beiträgen einen Teil des Magazins "Wissenschaft und Forschung - Japan". Eine Auswahl der dort veröffentlichten Artikel sind nachfolgend zusammengestellt.
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JaDe-Preis 2015 an Prof. Dr. Uwe Czarnetzki

Die JaDe-Stiftung verlieh den gleichnamigen Preis am 7. Februar im Japanischen Kulturinstitut Köln an Uwe Czarnetzki, Professor für Experimentalphysik an der Ruhr-Universität Bochum. Czarnetzki gründete 1995 die erste Alumnivereinigung der Japan Society for the Promotion of Science, die Deutsche Gesellschaft der JSPS-Stipendiaten e.V. (JSPS-Club) und war für die folgenden acht Jahre deren Vorsitzender.

Die JaDe-Stiftung würdigte mit der Auszeichnung den Einsatz von Czarnetzki für die wissenschaftlichen Beziehungen zwischen Deutschland und Japan sowohl auf fachlicher wie auf persönlicher Ebene. Seine zahlreichen Kooperationsprojekte waren auch deshalb erfolgreich, weil sie immer den Austausch von jungen Wissenschaftlern in beide Richtungen förderten. Seit vielen Jahren ist er für Forschungskooperationen mit japanischen Universitäten an der Ruhr-Universität Bochum verantwortlich. Seine Zusammenarbeit mit Japan begann vor 24 Jahren mit einem JSPS-Postdoc-Stipendium an der Kyushu University bei Katsunori Muraoka. Danach folgten zahlreiche Kooperationen beispielsweise mit der Nagoya University oder 2007 ein Sabbatical an der Keio University in Yokohama bei Toshiaki Makabe. Im Gegenzug war Czarnetzki häufig Gastgeber an der RUB für seine wissenschaftlichen Partner aus Japan. [Quelle: Neues vom Club 01/2015]

20 Jahre JSPS-Club

1995 wurde auf Initiative deutscher Wissenschaftler, die sich mit Förderung der Japan Society for the Promotion of Science (JSPS) in Japan aufgehalten haben, die Deutsche Gesellschaft der JSPSStipendiaten e.V. (JSPS-Club) gegründet. Der Verein zählt heute mehr als 400 Mitglieder und bildet ein einzigartiges und fächerübergreifendes Japan-Netzwerk in der deutschen Wissenschaftslandschaft.

2015 feiert der JSPS-Club sein 20-jähriges Bestehen mit verschiedenen Aktivitäten. Zum Auftakt kamen etwa 160 Gäste zu dem von JSPS-Club und JSPS Bonn Office gemeinsam organisierten Jahressymposium „Agriculture and Food Supply – Challenges and Perspectives“ am 8. und 9. Mai nach Potsdam. In zwei
Sitzungen über Landwirtschaft und Lebensmittelherstellung sowie Landwirtschaft und Lebensmittelhandel beleuchteten deutsche und japanische Redner die jeweiligen Perspektiven ihres Landes. In einem dritten Teil behandelten die Vorträge das Thema Lebensmittelsicherheit. Zur Feier des 20. Geburtstags des JSPS-Clubs ging es zum Abendessen und anschließender Tanzmusik auf eine Schiffstour durch die Seenlandschaft um Potsdam.
Wie auch schon zum zehnten Geburtstag blickt nun eine weitere Festschrift des JSPS-Clubs zurück auf die Vereinsgeschichte, auf Japan-Erfahrungen der Mitglieder und zeigt Perspektiven für die zukünftige Ausrichtung auf. Die Festschrift soll
pünktlich zum Geburtstag im August erscheinen.

Neben dem Symposium im Frühjahr in Deutschland feiert der JSPS-Club sein Jubiläum im Herbst mit zwei Veranstaltungen auch in Japan:
30.9.2015:History of Japanese-German Joint Scientific Endeavors
Tagungsort: National Museum of Japanese History, Sakura City, Chiba
6.10.2015:The Role of Renewable Energy for a Sustainable Energy Supply
Tagungsort: Meiji University in Tokyo, Surugadai Campus, Global Front Bldg. 1F
Konferenzsprache ist Englisch. Die Vorträge beider Symposien sind öffentlich, die Teilnahme kostenfrei. Um eine Anmeldung wird gebeten unter www.jsps-club.de
[Quelle: Wissenschaft und Forschung - Japan 17/2015, Seite 17]

Carmen Schmidt und Seigo Shima erhalten "JSPS Alumni Club Award"

Mit der Auszeichnung würdigte die Deutsche Gesellschaft der JSPS-Stipendiaten e.V. (JSPS-Club) erstmals in diesem Jahr herausragende Beiträge zum Austausch, zur Kooperation und Netzwerkbildung in der Wissenschaft zwischen dem deutschsprachigen Raum und Japan. Das von der Japan Society for the Promotion of Science (JSPS) und dem JSPS-Club gemeinsam veranstalte Symposium „Arts and Science“ bot den feierlichen Rahmen für die Verleihung des ersten JSPS Alumni Club Award am 26. April 2013 in Köln.

Dem persönlichen Engagement von Carmen Schmidt ist es zu verdanken, dass mit der Forschungsstelle Japan an der Universität Osnabrück die Japanforschung in der niedersächsischen Universitätslandschaft überhaupt noch präsent ist. In Osnabrück ist sie seit 2009 als außerplanmäßige Professorin im Fachbereich Sozialwissenschaften tätig und seit 2010 Sprecherin der Forschungsstelle Japan. Neben Projekten mit Japan-Bezug hat sie die Partnerschaftsabkommen der Universität Osnabrück mit den Universitäten Hitotsubashi, Chuo, Yokohama und Hiroshima betreut. Ein neues Abkommen mit der Bunkyo University im Dezember 2011 kam unter ihrer Beteiligung zustande. Carmen Schmidt war seit 2002 u.a. mit Unterstützung der JSPS regelmäßig zu kurz- und langfristigen Aufenthalten in Japan.
Seigo Shima kam 1993 mit einem Stipendium der Alexander von Humboldt-Stiftung zur Universität Marburg. 1995 wechselte er an das dortige MPI für terrestrische Mikrobiologie, wo er seit 2007 als Forschungsgruppenleiter tätig ist und auch japanische Postdoktoranden betreut. Durch seine Teilnahme an dem von der Japan Science and Technology Agency geförderten Programm PRESTO arbeitet sein Team eng mit anderen Gruppen in Deutschland zusammen. In Japan bestehen Kooperationen mit den Universitäten Hokkaido, Nagoya und Osaka. Als Gastprofessor der Hokkaido University hält er dort zwei Mal jährlich Vorlesungen. Für den Austausch von Nachwuchswissenschaftlern mit Japan engagiert sich Seigo Shima als Mitglied des Executive Committee und Auswahlausschuss der Canon Foundation.
Der JSPS Alumni Club Award umfasst einen Hin- und Rückflug mit der Fluggesellschaft All Nippon Airways (ANA) für die Strecke Deutschland – Japan bzw. in umgekehrter Richtung und einen Zuschuss für Inlandsreisen.
(Sabine Ganter-Richter, Vorstandsmitglied)
[Quelle: Wissenschaft und Forschung - Japan, 09/2013, S. 18]

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Kunst und Wissenschaft in Deutschland und Japan

Was empfindet der Mensch als Kunst – und ist die Wahrnehmung von Kunst in Deutschland und Japan unterschiedlich? Diesen Fragen und weiteren Aspekten an der Schnittstelle von Kunst und Wissenschaft widmete sich das Symposium „Arts and Science“ am 26. und 27. April in Köln.

Einen Einstieg in die Thematik vermittelte Sarah Schlachetzki von der Forschungsgruppe BildMedienBildung der Pädagogischen Hochschule Zürich. Wie westliche Konzeptionen von Kunst in Japan um das Jahr 1900 wahrgenommen worden sind, stellte Jeanne Egloff von der Universität Zürich vor. Stefan Rieger von der Ruhr-Universität Bochum zeigte Zusammenhänge auf zwischen Betrachtungen unter dem Begriff „Speziesismus“ und der Beziehung von Kunst und Wissenschaft. Dass „japanische Kunst“ als elegant, avantgardistisch und cool wahrgenommen wird, veranschaulichte der Beitrag von Elisabeth Scherer, Universität Düsseldorf. Mit einer Bilderschau zeigte Stefan C. Müller von der Universität Magdeburg, wie sich künstlerische Formen in selbstorganisierten Strukturen wiederfinden.
Den von ihr geschaffenen Begriff „Environmental Unconsciousness“ stellte die Kuratorin Yukiko Shikata aus Tokyo vor. Sie versteht darunter Ansätze für eine neue Beziehung zwischen Mensch und Wissenschaft durch künstlerische Mediation. Der Medienkünstler Michael Saup aus Berlin berichtete von seinen neuesten Werken, in denen er den Energiebedarf untersucht, der notwendig ist, um Wissen digital bereitzustellen.
Fumio Shimada von der Tokyo University of Arts zeigte in seinem Beitrag die verschiedenen Techniken, Verfahren und Materialien für die Herstellung von traditionellen japanischen Tonwaren. Naoyuki Osaka stellte anhand von Forschungsergebnissen der Kyoto University vor, wie das menschliche Gehirn beim Anblick von emotional bewegenden Bildern des Ukiyoe-Künstlers Hokusai reagiert.
Es war das 18. Deutsch-japanische Symposium, das die Japan Society for the Promotion of Science (JSPS) und die Deutsche Gesellschaft der JSPS-Stipendiaten e.V. gemeinsam organisiert haben. Die Mehrzahl der mehr als 200 Teilnehmer sind Wissenschaftler aus den verschiedenen Disziplinen, die seit vielen Jahren erfolgreich mit japanischen Kollegen zusammenarbeiten. In diesem Jahr ermöglichte der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) erstmals auch die Teilnahme von zehn japanischen Nachwuchswissenschaftlern, die mit DAAD-Stipendien an ihren Forschungsvorhaben in Deutschland arbeiten.
(Sabine Ganter-Richter, Vorstandsmitglied)
[Quelle: Wissenschaft und Forschung - Japan,
09/2013, S. 17]

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3. JSPS-Club Treffen in Kobe

Am 8. März 2013 fand das dritte Treffen der in Japan tätigen Mitglieder des JSPS-Clubs erstmals außerhalb von Tokyo statt. Unser Mitglied Alexander Olbrich, Generalkonsul der Bundesrepublik Deutschland in Osaka-Kobe, hatte sich beim letzten Treffen im November 2012 bereit erklärt, zu einem Empfang einzuladen – sofern das Treffen in seinem Amtsbezirk stattfindet. Als Veranstaltungsort wurde das OAG-Zentrum in Kobe ausgewählt.

Der Vorsitzende Heinrich Menkhaus begrüßte neben Mitgliedern aus den Regionen Kansai, Kanto und Chugoku auch Vetreter der deutschen Wissenschaftsorganisationen in Japan. Regine Dieth vom Deutschen Wissenschafts- und Innovationshaus, Myra Bauersachs von der Deutschen Forschungsgemeinschaft und Dr. Holger Finken, Büro-Leiter des Deutschen Akademischen Austauschdienstes, waren aus Tokyo angereist.
In insgesamt vier Vorträgen spiegelte sich das breite fachliche Spektrum der Mitglieder des JSPS-Clubs wieder. Mit Fokus auf Wirtschaft und Wissenschaft berichtete Generalkonsul Alexander Olbrich über die aktuellen deutsch-japanischen Beziehungen im Kansai. Positiv bewertete er den Ausbau der Verbindungen in den letzten Jahren. Jan-Dirk Schmöcker (Kyoto University) stellte aktuelle Gesellschaftstrends für eine nachhaltige Verkehrsentwicklung dar. Hier beschäftigen sich Untersuchungen derzeit mit aufstrebenden asiatischen
Ländern, z.B. Vietnam und Indonesien: Wie entwickeln sich Verkehrssysteme dort angesichts der nachlassenden Bedeutung des Autos als Statussymbol für Mobilität und Freiheit?
Nach einer Kaffeepause „entführte“ Heinrich Menkhaus (Meiji University) die Teilnehmer zurück in die Zeit der „ungleichen“ Verträge zwischen Japan und den europäischen Signatarstaaten um 1862. Er berichtete über die Reise der ersten japanischen Gesandtschaft durch Europa - auch nach Preußen führte ihr Weg. Die Delegation sollte sich ein Bild der europäischen Zustände machen. Dass die Gesandtschaft einen klaren diplomatischen Auftrag hatte, den der Redner vorstellte, ist heute weitgehend vergessen. Zurück in die Gegenwart wechselte Vorstandsmitglied Matthias Hofmann (z. Zt. Okayama University) in die biomedizinische Grundlagenforschung. In seinem Vortrag stellte er die „unterschätzte“ Rolle der Biophysik in der aktuellen Tumortherapie am Beispiel des tumorinterstitiellen Flüssigkeitsdrucks dar.
Nach Diskussionen zu den Vorträgen und einer Gesprächsrunde über vereinsinterne Angelegenheiten fand der offizielle Empfang des Generalkonsuls statt. Bei deutschem Bier und Wein, sowie Nürnberger Bratwürsten, Sauerkraut und anderen deutschen Spezialitäten ließ sich in entspannter Atmosphäre noch lange austauschen und netzwerken.
Ein herzliches Dankeschön gilt den Referenten für die interessanten Einblicke, dem Generalkonsul für die freundliche Einladung und Frau Nitz vom OAG-Zentrum für die Technik im Saal und die vorbildliche Versorgung der Teilnehmer während der Kaffeepause und des Empfangs.
Ein viertes Treffen ist 2014 geplant, der genaue Termin und Ort wird frühzeitig bekannt gegeben.
(Matthias Hofmann, Vorstandsmitglied)
[Quelle:
Wissenschaft und Forschung - Japan, 08/2012, Seite 17]

Weitere Informationen zu dem Treffen: