Hokkaido University

Webcode 10032 (12/2014)

Studenten der Hokkaido University zum Praktikum bei Fraunhofer

2004 hat die Hokkaido University das Center for Engineering Education Development (CEED) eingerichtet. Nach fünf Jahren Laufzeit startete das CEED 2010 nach einer Zwischenevaluation in eine sechsjährige Verlängerung, die bis zum Ende des Fiskaljahres 2016 dauert. Das Zentrum bietet Studenten der Ingenieurwissenschaften und der Informationstechnologie Ausbildungsmöglichkeiten, die über ihre fachliche Spezialisierung hinausgehen. Ziel ist es, die Studenten auf eine führende Tätigkeit im Berufsleben vorzubereiten, sei es in der Industrie oder in der akademischen Welt. Dazu zählen neben dem fachlichen Wissen und dessen Anwendung auch Fähigkeiten wie analytisches Denken, Entwickeln neuer Ideen und Lösungsansätze, Fremdsprachenkenntnisse oder Präsentations- und Vortragstechniken.

In drei Programmlinien vermittelt das CEED den Studenten diese Inhalte:

  1. In Zusammenarbeit mit Unternehmen können die Studenten mehrmonatige Praktika im In- und Ausland absolvieren. Im Gegenzug nimmt die Hokkaido University auch studentische Praktikanten aus dem Ausland auf. Mit speziellen Vorträgen soll außerdem das kreative Potenzial der Studenten gefördert werden.
  2. Das Programm „international relations“ unterstützt die Studenten beim Verfassen von Aufsätzen oder Präsentationen in Englisch, beim Schreiben technischer Texte oder bei der Teilnahme an einer internationalen Konferenz. Studentische Aktivitäten fördern und werben zudem für den internationalen Austausch.
  3. Ein e-learning Programm ergänzt die CEED-Ausbildungsangebote, sodass zum Beispiel Doktoranden, die aufgrund ihres sozialen Engagements nicht in der Universität anwesend sein können, am Unterricht teilnehmen können.

Ein Blick auf die Zahlen zeigt, dass sich immer mehr Studenten für ein industrienahes Praktikum im Ausland entscheiden. 2005 waren es nur 12 Auslandspraktikanten, von denen ein Viertel nach Deutschland, in das beliebteste Zielland ging. 2014 hatten sich 104 Studenten für ein Praktikum entschieden, die meisten gingen in die USA (19). An zweiter Stelle folgte Deutschland mit zehn Praktikanten von der Hokkaido University.
2014 kamen zum ersten Mal gleich vier Studenten aus Hokkaido für ein dreimonatiges Praktikum an das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung (IPA) nach Stuttgart. „Das Internship Program ist eine großartige Möglichkeit für die Studenten. Das Praktikum am Fraunhofer IPA ist eines der erfolgreichsten Angebote“, freut sich Toru Yamashita, Professor am CEED. Die von ihm und Network for Science eingefädelte Kooperation soll sich auch im folgenden Jahr fortsetzen. (sgr)
[Quelle: Wissenschaft und Forschung - Japan 19/2015, Seite 11]
Weitere Informationen:
Center for Engineering Education Development
Hokkaido University Helsinki Office

Mit einem gemeinsamen Seminar die Partnerschaft festigen

2010 vereinbarten die Präsidenten der Hokkaido University und der Universität Bremen vertraglich ihre Zusammenarbeit. Zu einem gemeinsamen Seminar kamen fast 80 Wissenschaftler am 1. Dezember diesen Jahres in Bremen zusammen, um ihre Kooperationen mit neuen Impulsen in die Zukunft zu führen.

Nach einer Begrüßung durch den Direktor des MARUM – Center for Marine Environmental Sciences an der Universität Bremen, lernten die Teilnehmer den Tagungsort am Vormittag in einer Führung kennen. Bestaunt wurde insbesondere das Bohrkernlager. Es ist mit 154 Kilometern Bohrkerne aus 87 Expeditionen das größte der drei Bohrkernlager des International Ocean Discovery Program (IODP). In sechs Workshops konnten sich die Wissenschaftler anschließend über ihre Forschungsvorhaben austauschen und Kooperationsmöglichkeiten planen.
Die Themen der Workshops spiegeln die Vielfalt der Kooperation zwischen Bremen und Hokkaido wider: „Religion and Nationalism in Russia and Central Asia from Late Socialism to the Present“, „Arrangements of Hyperplanes“, „Production Engineering – Mechanical Engineering & Process Engineering -, „Comprehensive Study of Marine Ecosystem under Changing Climate in Arctic and Sub’arctic“, „New Frontier in Cryosphere Science: Biological Science, Glaciology and Oceanography“, „IODP“.
Das IODP, ist ein Erfolgsbeispiel deutsch-japanischer Zusammenarbeit in einem internationalen Großforschungsprojekt. 1968 von den USA ins Leben gerufen, beteiligten sich Japan und Deutschland ab 1975. Das japanische Forschungsschiff
„Chikyu“ lieferte viele Bohrkerne aus IODP-Expeditionen.
Hiroshi Kawamura, Direktor des Office for International Academic Support der Faculty of Science an der Hokkaido Universität, war selbst zwei Jahre in Bremen. Noch immer ist er mit seinen dortigen Kollegen im IODP tätig. Er bescheinigt der Veranstaltung: „Das Seminar hat die lange Tradition unserer Kooperation zusammengefasst. Darauf aufbauend wollen wir die Zusammenarbeit ausweiten: Lehre und Ausbildung der Studenten sollen einen soliden Rahmen erhalten. Ich glaube, das wird die Mobilität der Studenten und jungen Wissenschaftler zwischen unseren beiden Ländern verbessern und letztendlich die Beziehungen zwischen Deutschland und Japan stärken!“
Auch in den Geisteswissenschaften entwickelt sich die Kooperation zwischen den beiden Universitäten. Susanne Schattenberg, Professorin für Zeitgeschichte und Kultur Osteuropas sowie Direktorin der Forschungsstelle Osteuropa an der Universität Bremen, freut sich: „Hokkaido gilt in der Osteuropaforschung als international sehr renommierte Einrichtung. Es ist wunderbar, die Kolleginnen und Kollegen endlich persönlich kennenzulernen und sich über gemeinsame Forschungsinteressen auszutauschen.“
Um den Studierendenaustausch in Schwung zu bringen, konnten sich die Studenten bei den Gästen aus Japan über die Möglichkeiten für einen Aufenthalt an der Hokkaido University informieren. (Sabine Ganter-Richter)

1876 gegründet, studieren an der Hokkaido University etwa 18.000 Studenten. In Deutschland unterhält die Hokkaido University Partnerschaften mit den beiden Universitäten in München sowie der Universität Bremen. Verbindungen bestehen auch zu dem Fritz-Haber-Institut, dem Alfred-Wegener-Institut, dem MPI für Marine Mikrobiologie, dem Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseum sowie der Fakultät für Naturwissenschaften der Universität Magdeburg.
Seit 2012 stärkt die Hokkaido University aus ihrem Büro in Helsinki die Zusammenarbeit mit 34 europäischen Partnern.
[Quelle: Wissenschaft und Forschung - Japan 15+16/2014, Seite 9]

Weitere Informationen:

Hokkaido University setzt auf Zusammenarbeit mit deutschen Wissenschaftlern

Interview mit Yoshinori Furukawa, Direktor des Institute of Low Temperature Science, Hokkaido University

Das Institute of Low Temperature Science (ILTS) wurde 1941 als erstes Forschungsinstitut an der Hokkaido University gegründet. Es zählt zu den weltweit führenden Einrichtungen für die Erforschung der Dauerfrostzone und kalte Umgebungen. Mit Blick auf verschiedene Naturerscheinungen in Regionen mit klimatisch niedrigen Temperaturen sowie Grundlagenforschung über Schnee und Eis leistet das ILTS Pionierarbeit für die physikalische Erforschung von Planeten. Das Institut wird von Einrichtungen in ganz Japan genutzt und versteht sich als Netzwerk für den akademischen Austausch. Der Direktor des ILTS, Yoshinori Furukawa, beschreibt im Interview die Zusammenarbeit seines Instituts mit deutschen Wissenschaftlern.

Das ILTS befasst sich hauptsächlich mit der naturwissenschaftlichen Erforschung der Dauerfrostzone und kalten Umgebungen. Das lässt vermuten, dass viele Projekte in einer internationalen Atmosphäre durchgeführt werden. Können Sie uns etwas über die Zusammenarbeit des ILTS mit Partnern außerhalb Japans berichten?
Bis zum März hat das ILTS den akademischen Austausch mit 19 Instituten im Ausland vereinbart. Zehn dieser Partnerschaften entwickelten sich zu Abkommen mit einer anderen Universität für die Zusammenarbeit in Forschung und Lehre. In Deutschland haben wir vier Partner, damit ist Deutschland nach Russland unser zweitwichtigstes Kooperationsland.
Die russischen Institute mit denen wir zusammenarbeiten sind alle in den fernöstlichen Regionen des Landes angesiedelt, denn das ILTS treibt die umfassende Untersuchung der Umwelt in der gesamten ochotskischen Region stark voran. Im Gegensatz dazu ist die Zusammenarbeit mit den deutschen Partnern breiter angelegt. Sie befasst sich von physikalischen Untersuchungen, etwa in Ozeanen oder von Eiskernen, bis hin zu biologischen Forschungsprojekten.

Sie sagten, mit vier Partnerinstituten ist Deutschland eines der wichtigsten Kooperationsländer des ILTS. Wie kam es zu der Zusammenarbeit und wie wird sie gelebt?
Mit einer Vereinbarung über den akademischen Austausch zwischen dem ILTS und der Fakultät für Biologie und Chemie begann 2009 die Partnerschaft mit der Universität Bremen. Daraus entwickelte sich 2010 ein interuniversitäres Austauschabkommen.
Vor kurzem hat die Universität Bremen die Hokkaido University als eine ihrer wichtigsten internationalen Partner ausgewählt. Das Motto der beiden Universitäten ist sich sehr ähnlich, in Bremen heißt es „Ambitious and Agile“ und in Hokkaido „Boys be Ambitious“. Aufgrund des Austauschabkommens lädt das ILTS jedes Jahr den Meereszoologen Wilhelm Hagen ein, er unterrichtet bei uns Masterstudenten und Doktoranden in Englisch. Außerdem haben wir eine junge Professorin eingestellt, die an der Universität Bremen promoviert wurde.
Aus Marburg haben wir Dr. Seigo Shima vom Max Planck Institut für Terrestrische Mikrobiologie als Gastprofessor für das ILTS gewinnen können. Er besucht uns oft in Hokkaido und setzt seine Forschung mit Kollegen aus der Gruppe Mikrobische Biologie am ILTS fort.
Der Austausch mit dem Alfred-Wegener-Institut Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung begann offiziell 2009. Doch davor verbanden uns schon lange gemeinsame Projekte zur Untersuchung von Eiskernen.

Wie steht es um die Zusammenarbeit des ILTS mit anderen europäischen Ländern?
Neben Deutschland arbeitet das ILTS mit Instituten in einigen anderen Ländern in Europa zusammen. Zum Beispiel mit der University of Oul in Finnland, der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich in der Schweiz, der Faculty of Science an der Stockholm University in Schweden, dem Niels Bohr Institute der University of Copenhagen in Dänemark und dem Snow Research Center von Meteo France in Frankreich.
Die Kooperation mit diesen Einrichtungen umfasst den Austausch von Wissenschaftlern und Studenten sowie gemeinsame Forschungsprojekte.
Besonders erfolgreich verlaufen die Arbeiten bei der Analyse des antarktischen Eiskerns mit den Kollegen vom Niels Bohr Institute und der Stockholm University.

Wo sehen Sie die größten Herausforderungen und Vorteile für gemeinsame japanisch-deutsche Projekte?
Das ILTS befasst sich mit verschiedenen Naturerscheinungen in Dauerfrostgebieten oder in kalter Umgebung und das konkret in der Meeresforschung, der Astrophysik, bei Phasentransformationen, in den Umwelt- und Geowissenschaften, der Geochemie, Biologie und Pflanzenphysiologie. In diesen Fachgebieten ist Deutschland weltweit führend. Zum Beispiel gibt es am Alfred-Wegener-Institut eine exzellente Forschergruppe für Eiskernanalysen, diese geben Aufschluss über die Erderwärmung und die Entwicklung der Atmosphäre.
Das ILTS hat schon etliche internationale Tagungen über die Eiskernforschung durchgeführt und dazu einige Wissenschaftler vom Alfred-Wegener-Institut eingeladen. Dieser kontinuierliche Austausch hat den Anteil der ILTS-Forschung in diesem Gebiet wachsen lassen. Ich glaube, gemeinsamen japanisch-deutschen
Projekten kommt eine zunehmend wichtigere und eine unverzichtbare Rolle zu.

Haben Sie Pläne für den Ausbau der Zusammenarbeit mit deutschen Kollegen?
Ja. Als wir im Februar Deutschland besucht haben, haben wir mit dem Geowissenschaftlichen Zentrum der Universität Göttingen und dem GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung in Kiel Möglichkeiten für eine zukünftige Kooperation diskutiert. Beide Institute sind sehr daran interessiert, die Verhandlungen für den Abschluss einer Vereinbarung über den akademischen Austausch mit dem ILTS aufzunehmen. Wir am ILTS gehen davon aus, dass sich die Zusammenarbeit mit beiden Einrichtungen sehr schnell entwickeln wird.
Außerdem unterhält die Hokkaido University seit 2012 ein Europabüro in Helsinki. Von dort habe ich erfahren, dass voraussichtlich im November ein „Hokudai Tag“ mit einem gemeinsamen Seminar an der Universität Bremen geplant ist.
[Interview: Sabine Ganter-Richter]
[Quelle: Wissenschaft und Forschung - Japan 13/2014, Seite 8]

Weitere Information:

ILTS Partner in Deutschland:

Foto: Yoshinori Furukawa

Prof. Dr. Yoshinori Furukawa war seit drei Jahren Direktor des ILTS, im März 2014 trat er in den Ruhestand. Er hat sich kontinuierlich mit Forschungen über das Kristallwachstum von Eis befasst, eine sehr wichtige Erscheinung für die Grundlagenforschung hinsichtlich von Naturerscheinungen in klimatisch kalten Regionen. Denn selbst molekülgroße Erscheinungen auf Eiskristalloberflächen
oder –schnittflächen können Einfluss auf globale Phänomene haben.
Furukawa ist derzeit Präsident der Japanese Association for Crystal Growth. Als Principal Investigator für Experimente zum Wachstum von Eiskristallen im Weltraum, an Bord der Internationalen Raumstation ISS, leistet er einen Beitrag zur Grundlagenforschung über Kristallwachstum.

Tradition, Exzellenz und Internationalität an Japans nördlichster Universität

Die Hokkaido University blickt als internationale Universität auf eine lange Tradition exzellenter Forschung und Lehre zurück. Sie ist Anziehungspunkt für herausragende Wissenschaftler und Studenten aus Japan und der ganzen Welt. Die besten Studenten zu gewinnen, gleich welcher Herkunft oder finanzieller Umstände, und ihnen eine Spitzenausbildung nach internationalem Maßstab anzubieten – darin sieht die Hokkaido University ihre Aufgabe.

Seit 1876 ist die Universität schnell gewachsen, heute sind etwa 18.000 Studenten eingeschrieben, darunter viele aus über 85 Ländern. Der Chemiker und Botaniker William S. Clark, der 1852 an der Universität Göttingen promovierte, gründete die Hokkaido University ursprünglich als Landwirtschaftliche Hochschule. Schon damals basierte ihre Philosophie auf den vier Prinzipien „Pioniergeist“, „globale Perspektiven“, „umfassende Erziehung“ und „praktisches Lernen“ – diese Leitlinien prägen noch heute die renommierte Universität.
Der Hauptcampus im Zentrum von Sapporo gilt aufgrund seiner üppigen Grünanlagen als einer der schönsten in ganz Japan. Es sind nur wenige Schritte bis zu den Sehenswürdigkeiten der Stadt. Mit einem weiteren Campus in der Küstenstadt Hakodate gilt die Hokkaido University als Wahrzeichen für Innovationen in Nordjapan. Im Vergleich zu anderen japanischen Hochschulen bescheinigen die Studenten in Hokkaido die höchste Zufriedenheit mit ihrer Hokkaido University. Studenten und Wissenschaftler aus aller Welt sind herzlich willkommen in dieser lebhaften und fröhlichen Gemeinde.
Zu den Alumni der Hokkaido University zählen neben einem Nobelpreisträger führende Unternehmer sowie Wegbereiter der Wissenschaft, Künstler und Schriftsteller. Sie alle haben profitiert von dem Anspruch ihrer Universität: in jungen Menschen die Neugierde zu wecken, sodass sie bereit sind, Herausforderungen anzunehmen, sich Wissen anzueignen und durch neue, globale Perspektiven Lösungen für den Wandel zu einer besseren Gesellschaft zu finden.
Die Hokkaido University zählt zu den 25 besten in Asien und steht im „Academic Ranking of World Universities“ 2012 in Japan auf Platz acht.

Graduate Schools an der Hokkaido University:

  • Letters
  • Law
  • Economics and Business Administration
  • Medicine
  • Dental Medicine
  • Veterinary Medicine
  • Information Science and Technology
  • Fisheries Sciences
  • Environmental Science
  • Science
  • Agriculture
  • Life Science
  • Education
  • International Media, Communication, and Tourism Studies
  • Health Sciences
  • Engineering
  • Chemical Sciences and Engineering
  • Public Policy

Pioniergeist und Ambitionen

Die Hokkaido University pflegt den Geist ihrer vier Gründungsväter seit 137 Jahren. Auch wenn die Ziele heute globaler geworden sind, der Fokus bleibt tief verwurzelt in Hokkaidos reichhaltiger Natur und seiner langen Tradition landwirtschaftlicher Innovation. Die Universität ist gewachsen. Entstanden aus einer einzigen landwirtschaftlichen Fakultät, zählt sie heute zu den größten staatlichen Universitäten Japans. Unterstützt von über 3800 Mitarbeitern lernen mehr als 18.000 Studenten an zwölf Undergraduate Schools, 18 Graduate Schools und 26 Forschungsinstituten.
Das angenehme Klima, die schöne Natur und das ungezwungene Leben auf Hokkaido waren mit ausschlaggebend, dass die Hokkaido University in den vergangenen Jahren unter den staatlichen Universitäten Japans den höchsten Zuwachs von ausländischen Studenten verzeichnen konnte. Die ländliche Lage macht sie noch lange nicht zu einem verschlafenen Nest – Bibliotheken, Cafeteria und viele weitere Einrichtungen auf dem Campus sind bis spät in die Nacht geöffnet.
Über das neue „Nitobe College“ machen sich mehr Studenten als je zuvor auf den Weg ins Ausland. Das Programm soll nicht-graduierte Studenten zu einer neuen Generation globaler Bürger und Führungspersonen ausbilden. Pro Jahr können sich 200 Studenten einschreiben. Sie erhalten eine intensive Englischausbildung und müssen ein Semester im Ausland studieren.

Nachhaltigkeit aus Tradition

Viele der Forschungsprojekte an der Hokkaido University konzentrieren sich auf die natürliche Vielfalt auf und rund um die Insel Hokkaido. Nachhaltige Entwicklung steht im Zentrum aller Aktivitäten. Darauf machen seit 2007 jährliche Veranstaltungen aufmerksam und fördern Forschung und Lehre zur Nachhaltigkeit. Dass sich diese Veranstaltungen direkt auf die Umwelt auswirken, kommt in den wachsenden Waldgebieten auf Hokkaido zum Ausdruck. Sie alle gehören der Universität. Die Universität unterstreicht damit nicht nur ihre Mission, sondern auch ihre Überzeugung: Der beste Weg, den Studenten die Wichtigkeit nachhaltiger Entwicklung zu demonstrieren, ist es, selbst die Initiative zu ergreifen.
Mit einem Nobelpreisträger, zwei Trägern des angesehenen „Order of Culture“ und 21 Empfänger des „Japan Academy Prize“ hat die Hokkaido University etliche Talente hervorgebracht – und einhergehend damit bahnbrechende Forschung. Professor Emeritus Akira Suzuki, der jahrzehntelang an der Hokkaido University tätig war, erhielt 2010 den Nobelpreis für Chemie für die sogenannte „palladiumkatalysierte Kreuzkupplung in organischen Synthesen“. Das Neue an seiner Forschung war, dass er im Vergleich zu anderen Reaktionen in der organischen synthetischen Chemie eine stabilere, nicht-toxische Reaktion entwickelt hatte. Dieses Verfahren veränderte viele Herstellungsprozesse, auch in der pharmazeutischen Industrie.
Zwei weitere Alumni erhielten den „Stockholm Water Prize“. Dr. Takeshi Kubo ist bekannt für seine herausragende Arbeit zur Organisation des Abwassersystems in Tokyo. Dr. Takashi Asano wurde ausgezeichnet für seinen außerordentlichen
Beitrag zur effizienten Wassernutzung durch Verwertung, Aufbereitung und Wiederverwendung von Abwasser. Asano gilt heute weltweit als Experte für sichere und nutzbringende Verwendung von wiederaufbereitetem Wasser.

Die Hokkaido University in Europa

In Deutschland unterhält die Hokkaido University Partnerschaften mit den beiden Universitäten in München sowie der Universität Bremen. Auf Instituts- beziehungsweise Fakultätsebene verbunden ist sie mit dem Fritz-Haber-Institut, dem Alfred Wegener Institut, dem MPI für Marine Mikrobiologie, dem Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseum sowie der Fakultät für Naturwissenschaften
der Universität Magdeburg.
Im Ausland ist sie mit vier Niederlassungen vertreten: Nach Beijing (seit 2006), Seoul (2011) und Lusaka (2012) wurde im vergangenen Jahr in Helsinki das erste Büro in Europa eröffnet. Von dort aus wird die Hokkaido University die Zusammenarbeit mit ihren 34 europäischen Partnern stärken und über die Grenzen Europas hinaus ausbauen.
[Quelle: Wissenschaft und Forschung - Japan 10/2013, Seite 10 und 11]

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