Universität Bonn

Webcode 10035 (12/2013)

瀧の白糸 Taki no Shiraito

Dieser wohl bekannteste Stummfilm des japanischen Regisseurs Kenji Mizoguchi war der Auftakt für das internationale Symposium „Film als Aufführungskunst“ vom 29. November bis 1. Dezember. Auf Einladung der Abteilung für Japanologie und Koreanistik der Universität Bonn diskutierten die Teilnehmer über Gemeinsamkeit und Verschiedenheit der frühen Film- und Kinogeschichte in Europa und Japan. Das Symposium fand in Zusammenarbeit mit der Japan Foundation und der University of Tsukuba statt.

Der Film erzählt die tragische Liebesgeschichte der schönen Wasser-Magierin „Taki no Shiraito“ im Japan der Meiji-Zeit (1868-1912). Dabei kommt dem Filmerklärer (弁士 Benshi) im japanischen Stummfilm eine besondere Funktion zu: Ergänzend zu Unter- oder Zwischentiteln gibt er den stummen Akteuren nicht nur eine persönliche Stimme. Vielmehr entführt der Benshi durch eigene Interpretation und seine den Charakteren in den Mund gelegten Dialoge den Zuschauer tief in die Erzählung und ihre Atmosphäre. Bei der Aufführung von „Taki no Shiraito“ demonstrierte Ichiro Kataoka eindrucksvoll und mitreißend diese Kunst – selbst Zuschauer ohne Japanischkenntnisse konnten dank Kataokas Fähigkeiten den Stummfilm in besonders intensiver Weise „erleben“.
Das Symposium an der Universität Bonn bildete den Anfang: Geplant ist der Ausbau zu einem internationalen Forum für vergleichende Mediengeschichte, in dessen Mittelpunkt der japanische und der deutsche Film stehen. (red)
[Quelle: Wissenschaft und Forschung - Japan 11-12/2013, Seite 7]

Kontakt:
Dr. Shiro Yukawa
Universität Bonn, Abteilung für Japanologie und Koreanistik
www.ioa.uni-bonn.de/abteilungen/japanologie-und-koreanistik

TEACH – Transnational European and East Asian Culture and History

Fünf Studenten der Universität Bonn können ab dem Wintersemester 2013/2014 am neuen internationalen Studiengang TEACH teilnehmen und einen doppelten Master entweder mit der University of Tsukuba (Japan) oder der Korea University (Südkorea) erwerben.

Ziel des viersemestrigen Studiums ist es, solide landeskundliche, sprachliche und methodische Kompetenzen für kulturvergleichendes, inter- und transnationales Arbeiten in Europa und Ostasien aufzubauen. Alle TEACH-Studenten verbringen deshalb je ein Semester in Deutschland, Japan und Korea und ein weiteres Semester an der Heimatuniversität. Dabei bleiben die Studenten aus allen drei Universitäten während des größten Teils ihres Studiums als Gruppe zusammen. Alle TEACH-Studierenden belegen das Kerncurriculum: Regional- und Sprachstudien sowie Joint Research Studies.
Aus ganz Deutschland haben sich 27 Studenten für TEACH beworben. Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) fördert die fünf erfolgreichen Bewerber mit Stipendien für Reise- und Aufenthaltskosten. (red)
[Quelle: Wissenschaft und Forschung - Japan 11-12/2013, Seite 15]

Weitere Informationen: