Japan und die Schweiz

Webcode 10036 (3/2014)

150 Jahre diplomatische Beziehungen zwischen Japan und der Schweiz

Vor 150 Jahren stand Japan am Ende des Tokugawa-Shogunats und vor der Öffnung. Die Schweiz als damals noch junger Bundesstaat beauftragte 1861 Aimé Humbert-Droz, den Präsidenten des Schweizer Uhrenherstellerverbandes und Mitglied des Schweizer Ständerats, nach Japan zu reisen, um Handelsbeziehungen aufzunehmen. Am 6. Februar 1864 schlossen beide Länder einen Freundschafts- und Handelsvertrag und nahmen diplomatische Beziehungen auf, die sich positiv weiterentwickelten.

Zahlreiche Veranstaltungen zu Themen aus Politik, Wirtschaft, Forschung und Kultur würdigen das Jubiläumsjahr. Eine Umfrage bescheinigt den Japanern ein positives Bild von der Schweiz, besonders erfreuten die schöne Landschaft und die politische Neutralität. Doch wie der Schweizer Botschafter in Japan, Urs Bucher, in einem Interview erklärt, sei die Schweiz ein hochinnovatives Land und wünsche sich mit Japan eine stärkere Kooperation in der Hochtechnologie. Deshalb präsentiert sich die Schweiz zum Jubiläum in Japan unter anderem bei Konferenzen und Messen zu den Nano-Wissenschaften, der Photovoltaik, der Ophtalmologie und dem Maschinenbau. Die Veranstaltungen in der Schweiz geben Einblick in die japanische Kunst und Kultur.
Die ETH Zürich ist das „Leading House“ für die Forschungszusammenarbeit der Schweiz mit China, Japan und Südkorea. Unter Federführung der ETH Zürich hat das schweizer Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) die Finanzierung für den Austausch mit Japan für die Jahre 2013 bis 2016 zugesagt. Die Zusammenarbeit stützt sich auf eine Vereinbarung der Japan Science and Technology Agency (JST) und der ETH Zürich vom 7. März 2008. Nach Ausschreibungen für gemeinsame Projekte in der medizinischen Molekularforschung und der Medizin in einer alternden Gesellschaft soll in Zukunft speziell der direkte Austausch von jungen Wissenschaftlern und Studenten gefördert werden. Im Fokus stehen Themen aus den Lebenswissenschaften, den Nanowissenschaften sowie Energiespeicher und Resilienz bei Katastrophen, letztere aus der europäischen Initiative CONCERT-Japan.
Die Kommission für Technologie und Innovation der Schweiz und das japanische Ministry of Education, Culture, Sports, Science and Technology (MEXT) haben die Intensivierung ihrer Zusammenarbeit mit einem Abkommen am 29. Oktober 2013 besiegelt. Die Vereinbarung sieht den Ausbau der Kooperation bei Innovationen vor, insbesondere bei wissenschaftsbasierten Innovationen. Gemeinsame Veranstaltungen im Jubiläumsjahr bilden den Auftakt, um das Abkommen mit Leben zu füllen. (red)
[Quelle: Wissenschaft und Forschung - Japan 13/2014, Seite 5]

Weitere Informationen:

Japan und Schweiz beschließen gemeinsame Fachzeitschrift

Am 27. Januar unterzeichneten das National Institute for Materials Science (NIMS, Japan) und das schweizer Labor für Materialwissenschaften und Technologieentwicklung Empa einen Fünfjahresvertrag für die Zusammenarbeit der beiden Institute bei der Herausgabe des open-access Journals „Science and Technology of Advanced Materials“ (STAM, ISSN 1468-6996). STAM wurde 2000 erstmals veröffentlicht, 2008 übernahm das NIMS das Management für die Begutachtung und die Finanzen. Seitdem stieg der Impact Factor von 1,267 (2008) auf 3,752 (2012).
Angenommene Beiträge werden online auf einer open-access Plattform vom Institute of Physics Publishing, UK zur Verfügung gestellt. (red)
[Quelle: Wissenschaft und Forschung - Japan 13/2014, Seite 5]