Japans Wissenschaftleraustausch 2013

Das Ministry of Education, Culture, Sports, Science and Technology (MEXT) hat die Statistik für den Wissenschaftleraustausch im Fiskaljahr 2013 veröffentlicht. Die Zahlen basieren auf Erhebungen an 863 Hochschulen und Forschungseinrichtungen. Die wichtigsten Entwicklungen:

Ausländische Wissenschaftler in Japan

Die Anzahl ausländischer Wissenschaftler, die für weniger als einen Monat nach Japan kommen, ist nach dem Erdbeben vor Japans Nordostküste 2011 zurückgegangen, hat sich jedoch wieder leicht erholt.
Die Anzahl ausländischer Forscher, die sich in Japan mittel- oder langfristig aufhalten (einschließlich Postdoktoranden), liegt seit dem Jahr 2000 relativ
stabil bei 12.000 bis 15.000. Der leichte Einbruch 2013 ist vermutlich darauf zurückzuführen, dass die Statistik erstmals Forscher mit mehreren japanischen Gastinstituten nur noch ein Mal zählt.
Seit 2000 ist die Anzahl der aus asiatischen Ländern kommenden Gastwissenschaftler stark angestiegen. Inzwischen kommt fast die Hälfte aller ausländischen Wissenschaftler in Japan aus Asien, 30 Prozent aus Europa und 18 Prozent aus Nordamerika.
Bei Kurzzeitaufenthalten in Japan machen Wissenschaftler aus Deutschland die viertgrößte Gruppe aus. Bei längeren Aufenthalten rangieren sie auf Platz sieben.

Japanische Wissenschaftler im Ausland

Wie unten stehende Tabelle zeigt, entscheiden sich immer mehr japanische Forscher für einen kurzfristigen Aufenthalt (bis zu einem Monat) im Ausland. Für mittel- bis langfristige Auslandsaufenthalte ist die generelle Entwicklung eher rückläufig.
Mit 37,5 Prozent sind asiatische Länder beliebt für Kurzzeitaufenthalte, gefolgt von Europa (31 Prozent) und Nordamerika (24 Prozent). Für längere Aufenthalte werden europäische Länder (41 Prozent) bevorzugt, danach Nordamerika (30 Prozent) und Asien (16 Prozent). Deutschland steht bei Kurzzeitaufenthalten in Europa an erster Stelle, bei längeren Aufenthalten nach England an zweiter Stelle, jeweils gefolgt von Frankreich.

Während sich sieben Mal mehr japanische Forscher für einen kurzen Auslandsaufenthalt entscheiden als ausländische Wissenschaftler für Japan, scheinen längere Auslandsaufenthalte für Japaner wenig interessant. Mehr als doppelt so viele ausländische Wissenschaftler kommen für längere Zeit nach Japan, als japanische Forscher ins Ausland gehen. Diese unausgewogene Bilanz spiegelt die akademische Landschaft und Karrieremöglichkeiten in Japan wider. Bis auf wenige Ausnahmen werden längere Auslandsaufenthalte für nachteilig empfunden bei Bewerbungen um feste Stellen an Universitäten und Forschungsinstituten.
[Quelle: Wissenschaft und Forschung - Japan 17/2015, Seite 10]