JST und DFG fördern vier Projekte in Computational Neuroscience

Webcode 10002 (06/2013)

Für die zweite gemeinsame Ausschreibung der Japan Science and Technology Agency (JST) und der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) in den Neurowissenschaften gingen im August 2012 insgesamt 13 Anträge ein. Die Vereinbarung zwischen den beiden großen Förderorganisationen ermöglicht eine finanzielle Unterstützung für gemeinsame Forschungsaktivitäten, etwa die Veranstaltung von Symposien und Seminaren, Reisekostenzuschüsse für den Wissenschaftsaustausch sowie für Ausstattung, Geräte und Verbrauchsmaterialien. Von den eingereichten 13 Anträgen wurden folgende vier Vorhaben für eine Förderdauer von drei Jahren ausgewählt:

  • „Impedance Regulation during Energy Transfer Motor Tasks: from Human Experiments to Computational Modeling and Robotics“
    Ganesh Gowrishankar, National Institute of Information and Communications (NICT), Kyoto, und
    Patrick van der Smagt, Technische Universität München
  • „Heterogeneity of the Suprachiasmatic Nucleus: Quantification, Simulation, and Functional Analysis“
    Toru Takumi, Hiroshima University, und
    Grigory Bordyugov, Charité Universitätsmedizin Berlin
  • „Neural Circuit Mechanisms of Reinforcement Learning“
    Kenji Morita, University of Tokyo, und
    Abigail Morrison, Forschungszentrum Jülich
  • „The Influence of Feature Salience over Microsaccades in Normal and Blindsight Humans and Monkeys: an Experimental and Theoretical Investigation“
    Masatoshi Yoshida, National Institute for Physiological Sciences, Okazaki, und
    Ziad Hafed, Werner Reichardt Centre for Integrative Neuroscience, Tübingen

Die Förderinitiative geht zurück auf eine japanisch-deutsche Vereinbarung zur wissenschaftlichen und technologischen Zusammenarbeit im November 2009. Die erste Ausschreibung wurde 2011 veröffentlicht, dem 150. Jubiläum der deutsch-japanischen Beziehungen. Für 2013 ist eine weitere Ausschreibung geplant.
[Quellen: JST; DFG; Euraxess Links Japan, April 2013; Wissenschaft und Forschung - Japan, 09/2013, S.10]

Deutsch-japanische Projekte in Computational Neuroscience

Webcode 10002 (06/2012)

Die Japan Science and Technology Agency fördert gemeinsam mit der Deutschen Forschungsgemeinschaft und dem Bundesministerium für Bildung und Forschung Kooperationen in Computational Neuroscience. Bei der Ausschreibung 2011 gingen 19 Anträge ein, von denen die folgenden sechs bewilligt worden sind:

  • Fukuoka University und LMU München
  • Kyoto University und TU Berlin
  • Hyogo College of Medicine und Universität Göttingen
  • Osaka University und Forschungszentrum Jülich
  • National Institutes of Natural Sciences und TU Chemnitz
  • Advanced Telecommunications Research Institute International und Universität Göttingen

Für eine Laufzeit von drei Jahren werden in den Vorhaben gemeinsame Projekte, Symposien und der Austausch von Wissenschaftlern gefördert.
[Quelle: Wissenschaft und Forschung - Japan, 05/2012 S.7]

Weitere Informationen:

Neurowissenschaften: Startschuss für deutsch-japanische Projekte

Webcode 10002

6. Oktober 2010

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) und die Japan Science and Technology Agency (JST) weiten ihre erfolgreiche Zusammenarbeit auf ein besonders zukunftsträchtiges Forschungsgebiet aus. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Deutschland und Japan können künftig mit Unterstützung der beiden Förderorganisationen und des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) gemeinsame Forschungsprojekte im Bereich „Computational Neuroscience“ durchführen. Eine entsprechende Vereinbarung wurde jetzt am Rande des internationalen Forums „Science and Techology in Society“ im japanischen Kyoto von Staatssekretär Dr. Georg Schütte, DFG-Präsident Professor Matthias Kleiner und JST-Präsident Professor Koichi Kitazawa unterzeichnet.

Innerhalb der Neurowissenschaften hat das Gebiet der Computational Neuroscience in kürzester Zeit rapide an Bedeutung gewonnen. Dabei geht es neben Modellierungen zum besseren Verständnis neuronaler Netzwerke zunehmend um die Verbindung neurowissenschaftlicher Ansätze mit künstlicher Intelligenz, Robotik und anderen technischen Systemen. Auch medizinisch-technische Ansätze wie die Steuerung von Prothesen oder Schreibhilfen über sogenannte Brain-Machine-Interfaces werden durch die Entwicklungen im Bereich der Computational Neuroscience stark vorangetrieben.

„Zwischen der DFG und unserer japanischen Partnerorganisation JST besteht seit Jahren eine intensive und sehr ertragreiche Kooperation“, sagte DFG-Präsident Kleiner anlässlich der Unterzeichnung der gemeinsamen Vereinbarung. Vor allem die 2006 begründete Zusammenarbeit im Bereich der Nanoelektronik habe zur Etablierung zahlreicher gemeinsamer Projekte und Gruppen deutscher und japanischer Wissenschaftler geführt. „Dass wir diese Zusammenarbeit nun auf die Computational Neuroscience ausweiten, ist nur konsequent“, unterstrich Kleiner. „In beiden Ländern gibt es zu diesem Thema zahlreiche starke Forschergruppen, die zum Teil auch bereits kooperieren. Diese Expertise wollen wir nun noch stärker bündeln.“

Die jetzt vereinbarte Zusammenarbeit soll in einem mehrstufigen Verfahren ablaufen: Zunächst sollen sich im Frühjahr 2011 deutsche und japanische Wissenschaftler zu einem Workshop in Japan treffen. Daraus soll eine Ausschreibung für konkrete Forschungsprojekte hervorgehen, für die Wissenschaftler aus beiden Ländern gemeinsame Förderanträge stellen können, die von DFG, JST und BMBF gemeinsam begutachtet werden. Die Förderung erfolgt auf japanischer Seite durch die JST und auf deutscher Seite aus Mitteln der DFG und des BMBF.

Staatssekretär Schütte machte deutlich: „Das BMBF fördert die dynamische Disziplin der Computational Neuroscience seit 2004. Mit dem Nationalen Bernstein Netzwerk für Computational Neuroscience hat das Bundesforschungsministerium eine starke Struktur für die hervorragende deutsche Forschung auf diesem Feld geschaffen, die nun interessante internationale Forschungskooperationen ermöglicht.“ Das Nationale Bernstein Netzwerk für Computational Neuroscience wird mit rund 160 Millionen Euro vom BMBF gefördert. Das Bernstein Netzwerk besteht aus sechs Bernstein Zentren für Computational Neuroscience als zentralen Elementen des Netzwerkes. Exzellente Nachwuchswissenschaftler werden mit dem jährlich vergebenen Bernstein Preis ausgezeichnet. Die Zusammenarbeit mit internationalen Partnern erfolgt durch einen deutschen Knoten im Rahmen der „International Neuroinformatics Coordination Facility“ (INCF). Darüber hinaus wurde kürzlich ein gemeinsames Förderprogramm von BMBF und dem US-amerikanischen NSF beziehungsweise NIH begonnen, in dem deutsch-amerikanische Kooperationsprojekte gefördert werden.

Informationen zu den bereits bestehenden Kooperationen zwischen DFG und JST finden sich unter:
http://www.dfg.de/dfg_profil/im_internationalen_kontext/internationale_partner/Japan/index.html

Auskünfte zur Zusammenarbeit zwischen japanischen und deutschen Wissenschaftlern und den Fördermöglichkeiten der DFG gibt auch das DFG-Büro Japan.

Kontakt
Dr. Iris Wieczorek
DFG-Büro Japan
Tel.: +81 3 - 35892507
E-Mailiris.wieczorekdfg.de 

Ansprechpartner zu fachlichen Fragen der Computational Neuroscience:
Dr. Jan Kunze
DFG, Gruppe Lebenswissenschaften
Tel.: +49 228 - 885 - 2297
E-Mailjan.kunzedfg.de

Ansprechpartnerin im BMBF zu fachlichen Fragen:
Dr. Christiane Buchholz
Tel.: +49 30 - 18575110
E-MailChristiane.Buchholzbmbf.bund.de

Quelle: kooperation-international.de